Eingangspforte | Home | News | Ryanthusar | Die Person | Drachengeschichten | Drachenfakten | Drachenhöhle | Drachenglobes | Meine Banner | Meine Bilder | Danksagung | Webringe | Awards | Gästebuch | Links | E-Mail



Das Experiment




"Bringen Sie ihn rein!"

"Jawohl Doktor." Zack machte eine unterwürfige Geste und verschwand aus der Tür. Doktor Joshi Fu'Sama - kurz Dr. Fu genannt - verschränkte ungeduldig die Hände hinter dem Rücken und blickte sich prüfend im Labor um. Schatten waren selten, da das grelle weiße Flutlicht alles eintauchte. Die Luft war von Antiseptikum geschwängert. Ein leises Knurren durchdrang nur ab und an die Stille. Es war ein wehleidiges Geräusch, jedoch schwang auch ungebrochener Stolz mit.

Dr. Fu ignorierte es. Er genoss den sterilen Raum, mit seinen Instrumenten und den Computern. Hier war er der König, der Herrscher, seine Macht war hier unbegrenzt und genau das war es, was er immer wollte. Mit einer unbewussten Bewegung strich er sich über den Spitzbart am Kinn. Seine schwarzen Augenbrauen zogen sich zusammen. Nervös fuhr er sich mit einer Hand durch sein kurzes, braunes Haar. Wieso dauert das so lange? Er fluchte innerlich, und seine Ungeduld suchte nach einem Ventil. Mit einem schnellen Blick suchte er seine Umgebung ab.

Joshi ging auf ein Computerterminal zu und rief das gespeicherte Programm auf. Er tippte eine Reihe von Befehlen ein und überprüfte, ob sie genau das taten, was geplant war. Grafiken mit Molekühlanordnungen und Atomschemata erschienen auf dem Display und Formeln jagten neben den Grafiken vorüber, und dann verschwand alles wieder und das Bild wurde schwarz. Doktor Fu'Sama seufzte zufrieden und drehte sich ruckartig um, als die schweren Labortüren automatisch aufschwangen. Eine riesige metallene Pritsche schob sich durch den Eingang und wurde von schwarzgekleideten Sicherheitsmannschaften eskortiert.

Die 24 Männer der Sicherheitsabteilung des Djin'Tao Konzerns trugen keinerlei Schusswaffen, lediglich Elektroschocker hingen an ihren Gürteln. Auf der Pritsche war irgendetwas großes und unförmiges, jedoch war es nicht möglich, das Objekt näher zu identifizieren, da seine Erscheinung von einem sterilen Tuch bedeckt war. Lediglich ein gelegentliches Schnaufen verriet, dass es ein Lebewesen war.

Zack, der Assistent von Dr. Fu, eilte nun ebenfalls durch die Tür und gab hastig Anweisungen, wo die Pritsche hinzustellen war. Man rollte sie in die Mitte des Raumes. Von der Decke hingen drei kreisrunde Strahler, die an gyroskopischen Armen festmontiert waren. Diverse chirurgische Instrumente lagen auf Rollcontainern, die man neben die Pritsche schob. Dr. Fu'Sama sah sich das Spektakel erregt an. Jahrelang hatte er auf diesen Augenblick gewartet. Die Stunde seines Triumphes rückte immer näher. Sein Puls raste und seine Hände waren ganz feucht. Er schloss die Augen und versuchte sich zu entspannen. Gerade in diesem Augenblick seines Lebens, durfte ihm kein Fehler unterlaufen. Eine kleine Konzentrationsübung, mehr konnte er sich zeitlich nicht leisten.

Unterdessen war alles hergerichtet. Zack machte sich gerade daran, die Deckenstrahler einzurichten, als sich die Gestalt auf der Liege aufbäumte. Sofort griffen die Sicherheitskräfte ein und brachten das Wesen mit den Elektroschockern unter Kontrolle. Ein Fauchen erfüllte den Raum, man konnte den Schmerz förmlich spüren. Doch das Wesen konnte sich nicht wehren und so verfiel das erschreckende Fauchen zu einem kläglichen Knurren. Tief und mit einem Gefühl der Resignation, erfüllte es den Raum.

Fu umschlich die Bahre wie ein Raubtier seine Beute. Seine Hände waren immer noch feucht und so begann er die Handflächen aneinander zu reiben. Er ging zum Kopfende und zog mit einem schnellen Ruck das Tuch weg, dann überlies er es seinem Assistenten, das riesige Tuch zusammenzufalten. Ein halbes Zirkuszelt konnte man damit errichten. Fu's Augen leuchteten. Gier war in seinem Blick, und sein Herz machte einen Freudensprung, als er in die klaren, großen Augen blickte. Sie waren goldgelb, durchzogen von roten Fäden, echsenartig.

"Aaaaahhh, endlich..." Er musterte triumphierend sein Opfer und seine Stimme zitterte voller Vorfreude. Sein Blick schweifte an dem Körper entlang. Prüfend untersuchte er die Schwingen und Klauen, die Muskulatur und die Schuppenpanzerung. Grünlich, mit gelben Nuancen versehen, glänzte der Panzer in dem grellen weißen Licht. Der Drache war nicht sehr groß. 15 Meter maß er, samt Schwanz. Doch sein Körper lies den Betrachter erahnen welche Kraft in ihm schlummert. Fu bemerkte das sein Assistent Zack den Atem anhielt.

"Es ist ein Drache Zack, nicht mehr und nicht weniger. Sie haben doch schon mal einen gesehen."

"J-ja. Aber sie sind immer wieder ... sie sind einfach ... diese Ausstrahlung. Verstehen Sie Doktor?"
Zack stand ehrfürchtig am Fußende des Drachen und beobachtete, wie sich die Bauchdecke bei jedem Atemzug senkte und wieder hob.

"Nun, sie sind nicht bar einer gewissen magischen und faszinierenden Aura. Ich kann nur für Sie hoffen, dass es Sie nicht bei der Erfüllung Ihrer Pflicht beeinflusst?" Dieser Unterton. Zack musste unwillkürlich hart schlucken. Er sah in die Augen des Doktors und wusste sofort, dass er kein Versagen dulden würde, nicht in diesem Moment.

"Nein Sir, Sie können sich auf mich verlassen."

"Ausgezeichnet, dann bereiten Sie jetzt das Serum vor." Ein gewisser Wahnsinn schwang in der Stimme von Fu mit. Die Sicherheitsmannschaften schnallten den Drachen auf der Pritsche fest. Dabei rollten sie ihn auf den Bauch, und aus Mangel an Platz auf der Pritsche, nahm das majestätische Wesen eine verkrümmte Haltung an. Die Schwingen hingen schlaff an den Rändern der Liege herab. Der Hals und der Kopf waren unnatürlich verdreht und man konnte in den Augen erkennen, dass der Drache die Leiden mit Würde ertrug. Nach dem sie sich überzeugt hatten das die Echse auf der Liege gesichert war, verließen die Sicherheitsbeamten das Labor.

"Jaaa...jetzt können wir beginnen. Mein ganzes Leben, habe ich auf diesen Moment gewartet..."
Der Doktor strich mit den Fingern über den Kopf des Drachen.
"Tja, Ahron. Ich hatte es Dir ja prophezeit. Mir kann niemand entkommen." Seine Stimme wahr nicht mehr als ein Flüstern. Einen Moment lang trafen sich die Blicke der beiden. Unfähig, etwas zu entgegnen, lag Ahron gelähmt auf der Liege. Alles nahm er wahr, er konnte hören, sehen und fühlen, jedoch die Muskeln gehorchten nicht seinen Befehlen. So sehr er sich auch bemühte, die Schmerzstöcke der Sicherheitskräfte hatten ihn dieser Fähigkeit beraubt.

Zack hatte inzwischen eine Spritze mit einer blauen Flüssigkeit aufgezogen und näherte sich dem Kopf des Drachen.

"Injizieren Sie ihm erst einmal 1000 ml." Fu's Assistent nickte stumm und stach vorsichtig die Nadel zwischen zwei Schuppen am Hals von Ahron. Die Flüssigkeit wurde in die Venen gepresst und ein Zucken durchlief den schlaffen Körper.
Es herrschte Stille. Die beiden Wissenschaftler beobachteten gebannt den Drachen. Sein Zucken, sein Fauchen, die Spasmen in seinen Gliedmaßen, es lief alles nach Plan. Fu nickte zufrieden.

"Es wirkt." wisperte er. Mit einem Mal war auch Ahron verstummt. Ein letztes leises Seufzen bahnte sich einen Weg aus seinen Lungen, über die Gurgel, hinein in das riesige Labor. Der Körper erschlaffte, nur noch die Halsschlagader pochte so stark, dass man das Pulsieren mit bloßem Auge erkennen konnte. Einen Moment lang warteten Fu und Zack noch, dann verteilten sie sich im Labor, um die nächste Phase des Projektes einzuleiten.
Ein Terminal piepste.

"Ich sagte doch ich will nicht gestört werden!", fluchte Fu und rannte auf die andere Seite des Labors zu seinem Schreibtisch. Wütend hieb er auf den Knopf und nahm das Gespräch entgegen. Auf dem Display erschien das Gesicht einer Frau. Sie war relativ jung und hatte die typischen Merkmale einer Asiatin. Trotz ihrer Jugend sah man an den Augen, dass sie erwachsen war. Sie blickten ernst und kühl, warteten auf eine Reaktion ihres Gesprächpartners.

"Was?!", herrschte Fu sie an.

"Verzeihen Sie die Störung Sir, aber der Vorstand verlangt einen vorläufigen Bericht." erwiderte die Frau gelassen.

"Sagen Sie Ihnen, dass ich mit der zweiten Phase in ..."

"Nein Fu," unterbrach ihn die Frau, "Sie sollen persönlich mit dem Vorstand sprechen, ich verbinde Sie weiter.", sie unterbrach die Verbindung, noch ehe der Doktor etwas erwidern konnte. Dann erschien das Bild eines älteren Mannes, der einen sehr teuren Anzug trug. Die Krawatte, die er um seinen Hals trug, war sicher nicht minder wertvoll, aber sie passte nicht im geringsten. "Was für ein lausiges Outfit," dachte Fu.

"Hallo Mister Djin,." Fu'Sama versuchte freundlich zu lächeln.

"Ich hoffe Sie werden bald Ergebnisse vorlegen! Unsere Partner wollen das Uni-Serum so schnell wie möglich auf den Markt bringen."

Fu musterte das Vorstandsmitglied auf dem Display. Sein Geist arbeitete auf Hochtouren. Der Djin'Tao Konzern war ein Pharmazeutikunternehmen, welches in den letzten 10 Jahren die Position des Marktführers auf der Welt ausbauen konnte. Auch innovative Entwicklungen von Fu trugen dazu bei. Doch er hatte mit dem Uni-Serum ganz andere Dinge im Sinn. Dem Vorstand ging es darum, mit Hilfe des Drachenblutes und seinen einzigartigen Antikörpern, ein universelles Serum herzustellen, welches Viren jedweder Art in wenigen Wochen abtöten konnte. Daraus könnte man ein wahres Super-Antibiotikum herstellen. Die Idee gefiel Fu durchaus und er würde auch einen Teil seiner Arbeit darauf verschwenden, dieses Projekt zu einem Ergebnis zu führen. Jedoch war er an einer ganz anderen Art von Serum interessiert.

Ohne das Wissen des Vorstandes, hatte sich der Doktor mit zwielichtigen Geschäftsleuten in Verbindung gesetzt, die einen Haufen Geld für dieses Serum hinblättern würden, wenn es ihnen damit gelingen würde, eine Waffe herzustellen. Eine Waffe. Joshi fand Gefallen daran, er würde reich werden, sehr reich. Im Grunde war es kein Problem. Der Organismus eines Drachen unterschied sich nur rudimentär von dem des Menschen. Einige genetische Veränderungen müssten genügen, um einige Substanzen im Blut des Drachen für den menschlichen Organismus verträglich zu machen.

Die Substanz Deronin, gleichzusetzen mit seinem Verwandten in dem menschlichen Körper - Serotonin - und eine Variante von Testosteron, mussten verändert werden. Mit Hilfe dieser beiden wichtigen Stoffe, würde es möglich sein, ein Hormonpräparat herzustellen, was einem Menschen Stärke, Ausdauer, und eine ausgesprochene Unempfindlichkeit gegen Schmerz, verschaffen könnte. Der perfekte Soldat. Zäh, stark, konditionell ständig in Höchstform.

"Wir werden zum gegebenen Termin fertig werden, Sir." Fu lächelte fröhlich und atmete erleichtert auf, als sein Gesprächspartner mit skeptischem Blick die Verbindung beendete. Sein Blick streifte durch das Labor und traf Ahron. 15 Meter purer Kraft und ungefähr 25 Million Nuyen wert. Er lächelte zufrieden. Der Deal seines Lebens. Dann bemerkte er Zack. Hastig hantierte der junge Mann an einem Terminal herum.

"Zack, was tun Sie da!?", rief er ihm zu. Als Antwort bekam er ein verlegenes Lächeln und Zack zuckte mit den Schultern.
"Was soll das heißen?" Fu war skeptisch. Im Grunde vertraute er niemandem, jedoch schien Zack ein ehrlicher Kerl zusein. Seit nunmehr 7 Jahren arbeiteten die beiden zusammen.

"Ein Problem mit der Netzanbindung des Terminals, Sir. Ich versuche es zu beheben." Der Assistent hockte sich hin und öffnete eine Wartungsklappe an dem Terminal. Geschickt hantierte er an dem Kabelgewirr herum und registrierte zufrieden das Aufleuchten einer grünen Lampe.

"Es funktioniert wieder, Doktor."
"Sehr gut, können wir mit Phase 2 beginnen?" Zack nickte Fu zu und beiden trafen sich wieder bei Ahron.

"Reichen Sie mir den Destiller." Der Doktor nahm von seinem Assistenten das Gerät in Empfang. Es war kolbenähnlich und besaß am Ende zwei Schläuche. Ingesamt maß es gerade mal 40 cm. Das eine Schlauchende wurde von Zack in einen Kompressor gesteckt, das andere in eine Öffnung innerhalb eines Rollcontainers. Auf dem Container befand sich ein Auffangbehälter, welcher zylinderartig aussah und auf einem Ventil angebracht war. An der Spitze des Destillers befand sich eine Tülle, welche sich zum Ende hin verjüngte.

Fu's Assistent öffnet nun das Maul von Ahron. Der gelähmte Drache spürte nichts, als der Destiller an den Speicheldrüsen angesetzt wurde und seinen Dienst tat. In dem Kolben des Gerätes waren verschiedene spezielle Filter angebracht, diese reinigten den Speichel von unerwünschten Substanzen, danach wurde er über den zweiten Schlauch in den Auffangbehälter geleitet.
Der Doktor beobachtete wie der behandelte Speichel in den transparenten Behälter gedrückt wurde.

"Wir benötigen 2000 ml, dann können wir mit dem Ansetzen der Nährlösung beginnen." Zack nickte stumm und beobachtete den Doktor bei seiner Arbeit.

Völlig in seine Arbeit vertieft bemerkte Fu nicht, dass sein Assistent plötzlich von seiner Seite verschwunden war. Zu sehr war er damit beschäftigt, dem Drachen den Speichel abzusaugen. Das entspannende Summen des Kompressors, gemischt mit dem Brummen und Piepen anderer elektrischen Geräte. Niemand würde es bemerken. Zack sah sich kurz um, dann lies er in der Innenseite seines Kittels eine Laserdisk verschwinden. Gerade rechtzeitig, als sein Mentor fertig war, stand Zack wieder neben ihm.

Mit einem entsetzlichen, ohrenbetäubendem Krach, flog ein Flügel der armstarken Stahltür des Labors auf. Das Metall wurde an den Rändern verbogen und war schwarz angesengt. Die beiden Wissenschaftler zuckten zusammen und Fu lies den Destiller vor Schreck fallen. Das Klirren des Gerätes auf dem sterilen, weißen Metallboden schepperte in den Ohren, die noch empfindlich durch den Lärm der Explosion gestört waren.

"Was zum...?" Fu riss entsetzt die Augen auf. Versuchte, sich zu bewegen und wollte den Sicherheitsdienst verständigen. Durch den Qualm, der sich langsam lichtete und die offene Tür, konnte er in den Korridor blicken. Er hörte das Zischen von Projektilen und das Knattern von automatischen Gewehren.

"Verdammt Zack, was ist dort draußen los?" Fu blickte sich hektisch um. "Sicherheit. Wo, wenn nicht hier? Musste er jetzt sterben?"

"Zack!", schrie er. Doch sein Assistent stand wie eine Salzsäule hinter ihm. Wieder zischten Kugeln den Korridor entlang, einige trafen den Rahmen der Tür und bohrten sich in das Metall. Schritte. Jemand rannte. Fu versuchte, durch den Qualm jemanden zu erkennen. Dann warf sich eine Gestalt in das Labor, rollte sich über der Schulter ab und kam auf den Beinen, hockend zum Stehen. Die Person war eindeutig männlich, kräftig gebaut und in schwarze Tücher gehüllt. Ein Schwert hing an seinem Rücken, Fu identifizierte es als ein Katana. Um die Hüfte hatte sie einen Patronengurt geschnallt, und an den Oberschenkeln waren zwei Halfter festgeschnallt in deinen zwei Pistolen steckten. In den Händen hielt er ein kleines automatisches Maschinengewehr. Die schwarze Gestalt lauerte reglos und zielte auf die offene Tür.

Plötzlich tauchten zwei Gesichter auf. Die Sicherheit! Fu's Herz machte einen Freudensprung, und wurde um so härter enttäuscht, als die Gestalt kalt und emotionslos die beiden Sicherheitsbeamten niederstreckte. Von den ultraschnellen Projektilen getroffen, wurden sie an die Korridorwand geschleudert. Blut quoll aus einigen Wunden.

"Was...was soll das?", Fu gewann seine Stimme langsam wieder und krächzte die Gestalt an. Keine Reaktion.
"Wer schickt Sie?", fragte der Wissenschaftler. Diesmal drehte sich die Person langsam und geschmeidig um, während sie sich aus der Hocke erhob.

"Mein Name ist Teshi. Und ich bin hier, um Sie zu töten." Die Stimme klang tief und kalt. Die Härte und die Emotionslosigkeit darin, schnürten Fu die Kehle zu.

"M-Mich töten?", stammelte er.

Teshi nickte und seine eisblauen Augen blitzten bösartig und erbarmungslos. Der Rest seines Gesichtes war in Tücher gehüllt. Ein Assassin, dachte Fu still.

"Sie, Sie können mich nicht töten. Nehmen Sie, was Sie wollen und verschwinden Sie wieder! Wollen Sie Geld? Sie können alles haben!", Fu redete verzweifelt auf Teshi ein, doch dieser zeigte sich unbeeindruckt. Fu fürchtete sich. Sein ganzer Plan zunichte gemacht. Von dieser einen Person. Er wollte sich den Namen gut einprägen. Teshi. Sollte er überleben, dann würde er diesen Attentäter töten, koste es was es wolle.

"Ich bin an Ihrem Geld nicht interessiert. Ihre Arbeit," Teshi machte eine Pause und machte eine entschuldigende Geste, "interessiert mich auch nicht, aber einige meiner Partner bezahlen sehr gut dafür."

"Ihre Partner? Sie können meine Arbeit doch nicht so ohne Weiteres stehlen!"

"Ach nein? Dann passen Sie mal auf." Dabei nickte Teshi kühl dem Assistenten von Fu zu. Der Doktor drehte sich um und starrte in den Lauf einer kleinen Pistole.

"SIE?!" Joshi war mehr als überrascht. Entsetzen spiegelte sich in seinen Augen wider. All die Jahre hatte Zack ihn hintergangen. Seine Arbeit beobachtet und kopiert. Das Terminal! Zack hat es manipuliert, ein Signal gesendet, Daten verschickt? In Fu's Kopf kreisten die Gedanken und ihm wurde flau im Magen.
"Wieso Zack, wieso?", krächzte er mit erstickter Stimmer hervor.

"Sie selbst müssten doch am besten wissen, wieso ich es tat. Sie haben nur den eigenen Profit im Auge gehabt. Dabei war Ihnen das Leben egal." Zack deutete auf den bewusstlosen Drachen.

"Und IHNEN ist das wohl nicht egal? Kommen Sie Zack, Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie ein Held sind. Unbestechlich und stets bemüht dem Bösen einen Strich durch die Rechnung zu machen?" Fu lachte und sah Zack in die Augen. Kälte. Diese Augen wussten von einem Geheimnis, einem dunklen Geheimnis. Zack lächelte dünn und drückte ab.

Der Geist verschwamm. Dunkelheit überkam ihn. Fu wusste, dass er niemals eine Antwort auf seine Frage bekommen würde. Nie wieder würde er etwas tun können. Sein Körper gab nach und er stürzte auf den Boden. Seine Augen blickten zur Decke. Weiß und Kalt schien sie ihm. Die stille Geborgenheit war verschwunden, die er in dem Labor stets empfunden hatte. Dann diese Augen. Zack beugte sich über ihn. Seine Lippen bewegten sich, doch der Doktor konnte ihn nicht hören. Alles schien in Zeitlupe abzulaufen. Plötzlich wurde Fu alles klar. Die Endlosigkeit, die Stille, und der lange Arm der Finsternis die ihn einzuhüllen drohte. Der Tod schien ihm nicht mehr so erbarmungslos und so quälend, er war eine Segnung. Schlafen...ewig schlafen...

Nur noch am Rande, in den letzten Zügen des Lebens, bekam Fu mit, dass Ahron aus dem Labor gerollt wurde. Der Raum füllte sich mit fremden Gesichtern. Eilig und lautlos schlichen sie umher. Computer und Terminals wurden abmontiert und hinausgeschafft. Rollcontainer wurden durchsucht, Akten beschlagnahmt. Das Licht. Einer der drei kreisrunden Strahler an der Decke leuchtete auf Fu hinab. Hielt die Dunkelheit und den heiß erwarteten Schlaf fern. Müde und schlaff nahm er nur noch träge das Licht wahr. Immermehr hüllte ihn die Dunkelheit ein. Dann erlosch das Licht. Und die quälenden Geister der Seele, unter dem Tarnmantel der Ruhe und des Friedens, stürzten sich auf ihn. In die Unendlichkeit, tauchte der Traum eines lohnenden Experimentes...


-maybe continued-

Geschrieben von KoenigHitcher
Copyright 2001 by KoenigHitcher





Natalie Hauptseite Drachengeschichten Drachenreiter


Eingangspforte | Home | News | Ryanthusar | Die Person | Drachengeschichten | Drachenfakten | Drachenhöhle | Drachenglobes | Meine Banner | Meine Bilder | Danksagung | Webringe | Awards | Gästebuch | Links | E-Mail



© 2001-2002 by Ryanthusar - all rights reserved - 20030710